Mexiko, mein anderes Leben (German Edition) by Sabine Klimm

Mexiko, mein anderes Leben (German Edition) by Sabine Klimm

Author:Sabine Klimm [Klimm, Sabine]
Language: deu
Format: epub
Published: 2013-06-30T16:00:00+00:00


Kapitel 17

Wenn der Urlaub einer anstrengenden Gruppe endlich wieder vorbei war, atmeten wir erst einmal auf, aber das Chaos, das sie hinterließen, war oft eine mittlere Katastrophe. Manchmal brauchten wir Tage, um das Haus wieder in seinen normalen Zustand zu versetzen. Besonders schlimm war es, wenn noch am selben Tag die nächsten Gäste bei uns Einzug halten sollten. Es waren ja nicht nur Berge von Wäsche zu waschen und ebenso große Berge von Müll zu entsorgen. Viel mehr Einsatz erforderte es von uns, die anderen Spuren der Verwüstung zu beseitigen. Glasscherben von zerschlagenem Geschirr und kaputten Flaschen zusammenzufegen, Kondome einzusammeln, die manchmal regelrecht versteckt waren und von uns gefunden werden mussten, Möbel und Sitzecken von hartnäckigen Flecken zu säubern und die verdreckten Toiletten und Waschbecken mit den schärfsten Chemikalien zu reinigen.

Manchmal mussten wir Handwerker rufen, um eingetretene Türen zu reparieren. Einmal brauchten wir einen Maurer, der einen zertrümmerten Wandvorsprung erneuerte, weil ein verrückter Urlauber gemeint hatte, an dieser Wand einen Klimmzug machen zu müssen, wobei die Steine aus der Mauer gebrochen waren. Für diese Schäden haften die Gäste selbst und sie müssen diese auch bezahlen. Aber trotzdem frage ich mich oft, ist es denn notwendig, dass man sich so benimmt?

Aber Robert und ich waren ja nicht allein mit dem Chaos, denn eine mexikanische Putzfrau war immer an unserer Seite. Nur leider ist es nie lange die gleiche. Unser erstes Zimmermädchen hieß Socorra und gehörte zu den Mormonen. Da Mormonen niemals stehlen, wäre sie für diesen Job eigentlich wunderbar geeignet gewesen. Sie klaute zwar nie, aber zur Arbeit erschien sie auch nur ganz selten und bald haben wir uns wieder von ihr verabschiedet. Dann kam Maria. Sie war sehr klein und zierlich, aber auch sehr langsam. Sie brachte es fertig, in einer Stunde nur einen Quadratmeter zu fegen. Das war natürlich keine Hilfe. Mit Maria II glaubten wir, das große Glück gefunden zu haben. Sie war schon etwas älter und auch ganz flink. So flink, dass sie den Dreck dabei übersah. Sie war blitzschnell fertig, obwohl es nachher fast genauso aussah wie vorher. Lediglich an der Telefonkasse brauchte sie etwas länger, da sie sich noch den Inhalt in ihre Schürzentasche steckte.

Wir waren schon total verzweifelt, doch dann fanden wir endlich Sonja. Zu Anfang war sie wirklich eine Perle und ich fing so langsam an, sie in mein Herz zu schließen. Aber Sonja hatte noch einen anderen Job, sie verkaufte in ihrer Freizeit Kosmetikprodukte und darin sah sie ihre Berufung. Als dann die Zeit kam, wo sie bei uns im Haus kaum noch den Besen schwang und stattdessen den Gästen ständig ihre Lotionen und Schminkartikel andrehen wollte, war der Traum mit Sonja ebenfalls ausgeträumt. Aida war da wieder total anders. Sie liebte unsere Villa, fühlte sich für alles verantwortlich, sah die Arbeit und ging mit einem sportlichen Elan daran, das Haus ordentlich und sauber zu halten. Sie klaute nicht, war immer pünktlich und machte auch mal Überstunden, wenn das Chaos wieder allzu heftig war. Sie hatte auch eine gewisse Ausstrahlung und alle



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